Den folgenden Beitrag hat Torsten Krafft, dessen 2-jährige Tochter Fiona an CF erkrankt ist, auf unserer Mailingliste Muko-L geschrieben. Da er aber auch für eine breitere Leserschaft interessant sein dürfte, wird er hier mit Torstens Einwilligung widergegeben. Torsten Krafft ist zwar sehr engagiert, aber trotzdem nur interessierter Laie, Fehler in der Darstellung sind daher trotz aller Sorgfalt nicht auszuschliessen.
Jüngsten Berichten auf Cystic-L über Colistin zufolge wird es in
Notfällen auch i.v. eingesetzt, wegen der Gefahr von Nierenschäden aber
nur bei stationärem Klinikaufenthalt und unter ständiger Beobachtung der
Blutwerte.
Die Firma Pathogenesis, Hersteller von Tobramycin-Inhalationslösung
(TOBI) hat mitgeteilt, daß die Markteinführung von
Colimycin-Inhalationslösung (PA-1420) noch mindestens fünf Jahre dauert.
TOBI ist mittlerweile in Grossbritannien und Irland zugelassen und wird
dort jetzt getestet.
Was die Antibiotika-Forschung generell angeht, so geschieht da meiner
Ansicht nach deutlich weniger als auf anderen Gebieten wie z.B. der
Genforschung. Da aber immer wieder Berichte über multiresistente Bakterien auftauchen, die nicht nur fuer "Minderheiten" wie CF-Patienten
ein Risiko darstellen, tut sich hier in Zukunft hoffentlich mehr.
Ein interessantes Antibiotikum ist allerdings im Moment in der Erprobung.
Die Firma IntraBiotics Pharmaceuticals Inc. hat damit begonnen, die
Wirksamkeit von Protegrin IB-367 Aerosol an CF-Patienten zu testen.
Protegrine sind, ähnlich wie die kürzlich entdeckten Defensine,
antibakterielle Peptide. Bei Protegrinen ist man schon soweit, sie
künstlich herstellen zu können, und sie wirken auch in einem
salzhaltigen Umfeld.
Herkömmliche Antibiotika versuchen ja, Bakterien zu vergiften. Gegen diese Art von "C-Waffen" entwickeln viele Bakterien mit der Zeit
Abwehrmechanismen. Manche Arten wie z.B. Burkholderia Cepacia sind wahre
Könner, und pumpen die eindringenden Gifte einfach postwendend aus der
Zelle wieder heraus. Im Gegensatz dazu wirkt Protegrin IB-367 viel
trivialer, indem es grampositive und -negative Bakterien und auch Pilze
buchstäblich in Stücke reisst. Resistenzen gegen diese Art von "Bombenangriff" sind bislang nicht aufgetreten. Hoffentlich bleibt das so
und es treten auch keine sonstigen Nebenwirkungen auf.