Univ. Prof. Dr. med. Irmgard Eichler, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Wien
Immer wieder wird auch bei der diesjährigen
14. North American Cystic Fibrosis Conference auf die Bedeutung einer früh einsetzenden
Therapie hingewiesen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Diagnose so
frühzeitig wie möglich gestellt wird.
Ohne Neugeborenen-Screening wird im Schnitt
der überwiegende Teil der CF-Patienten aufgrund typischer klinischer Symptome
im Alter von etwa 1 Jahr mittels positivem Schweißtestbefund diagnostiziert.
Etwa 8 % der Patienten wird erst jenseits im Alter von 10 Jahren diagnostiziert.
Eine besondere diagnostische Herausforderung
stellen jene ca. 2% der Patienten mit einer sogenannten atypischen oder besonders
milden CF-Form dar. Diese Patienten werden oft von einer Vielzahl verschiedener
Fachärzte (Urologen, Gastroenterologen, HNO-Ärzte ... ) gesehen. Und auch für diese Patienten einheitliche,
genau definierte Kriterien zur Diagnose zu erstellen, wurde ein Consensus statement
erarbeitet (The diagnosis of cystic fibrosis, a consensus statement, J. Pediatric
1998; 132: 589 - 595). Optimalerweise sollten diese Patienten in einem CF-Zentrum
vorgestellt und untersucht werden, das die Möglichkeit detaillierter molekulargenetischer Untersuchungen sowie Erfahrung mit der nasalen Potential-Differenzmessung hat.
Diese Methode erlaubt die Qualifizierung der CFTR-Funktion im Atemwegsepithel.
Kürzlich wurde ein sogenanntes "standard operating procedure" (SOP)
erarbeitet, um diese Methode zu standardisieren und ein einheitliches Vorgehen
zu gewährleisten (http://www.cff.org/research30.htm). Zusammenfassend sollte
auch noch die Diagnose CF nicht aufgrund eines einzelnen Befundes sondern nur
in Zusammenschau von Klinik und Laborbefunden (Schweißtest, nasale Potential-Differenzmessung, molekulargenetische Analyse) gestellt werden.
Quelle:Pulmopharm Info Service