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Diabetes mellitus bei CF


Ursache

Die meisten Patienten mit CF (ca. 85%) weisen eine verminderte Bildung und Ausschüttung von Bauchspeicheldrüsenenzymen auf. Eine Behandlung mit Bauchspeicheldrüsenenzymen (z.B. Kreon, Panzytrat) ist deshalb erforderlich. Bei diesen Patienten kann auch eine andere Funktion der Bauchspeicheldrüse - Bildung und Ausschüttung der Blutzucker-regulierenden Hormone Insulin und Glukagon - gestört sein. Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zum Untergang der Hormon-produzierenden "Inselzellen". Wenn mehr als 50% der Inselzellen zerstört sind, muß mit dem Auftreten einer Zuckerverwertungsstörung gerechnet werden. Diese kann neben einem Mangel an Insulin auch durch Infektionen, eine Schwangerschaft und Kortison verursacht werden. Endpunkt des Verlustes von Inselzellen ist die Entwicklung eines Diabetes mellitus.

Vorsorgeuntersuchungen

Blutzuckerbestimmungen nüchtern und eine sowie zwei Stunden nach einer Hauptmahlzeit, Harnzuckerbestimmungen.

Zuckerbelastungstests sind am besten dazu geeignet, eine beginnende Zuckerverwertungsstörung zu erkennen. Sie sollten ab dem Schulalter im jährlichen Abstand durchgeführt werden. Eine einmal festgestellte gestörte Glukose-Toleranz kann sich auch wieder normalisieren, sie ist zunächst nur ein erster Hinweis auf die Entwicklung eines Diabetes mellitus zu werten. Eine gestörte Glukose-Toleranz findet sich in 15% aller Patienten mit CF.

Krankheitserscheinungen eines Diabetes mellitus bei CF

vermehrter Durst, vergößerte Harnmenge, Gewichts-stillstand oder -abnahme, häufige Infektionen, Verschlechterung der Lungenfunktion.

Diagnose eines Diabetes mellitus

Die Diagnose wird wird bei den genannten Krankheitserscheinungen vermutet oder durch erhöhte Nüchternblutzucker, manchmal aber auch zufällig durch das Ergebnis eines Zuckerbelastungstestes gestellt. 5 bis 15% aller Patienten mit CF sind betroffen, vorwiegend Jugendliche und Erwachsene.

Behandlung eines Diabetes mellitus bei CF

Diät: Eine diätische Behandlung eines Diabetes mellitus bei CF ist kaum möglich. Die Ernährung sollte weiterhin kalorien- und fettreich sein. Es empfiehlt sich, 3 Hauptmahlzeiten und 3 Zwischenmahlzeiten einzunehmen. Gesüßte Getränke (Limonaden) und schnell verfügbare Zucker (z.B. Trauben- und Haushaltszucker) sollten gemieden werden.

Medikamente und Insulin: Grundsätzlich bestehen 3 Möglichkeiten, den Blutzucker zu normalisieren.

Bei lediglich verminderter Insulienbildung und -ausschüttung kann die Aufnahme von Zuckern aus dem Darm medikamentös verzögert werden (z.B. Acarbose (Glucobay)), hierzu liegen zu wenige Erfahrungen vor, um diese Therapie grundsätzlich zu empfehlen. Ein anderer Therapieansatz beruht auf der Stimulation noch erhaltener Inselzellen durch Sulfonylharnstoffe (z.B. Euglucon). Hierdurch erfolgt eine vermehrte Ausschüttung von Insulin. Diese Bahandlung bietet sich bei normalen nüchtern- und erhöhten Blutzuckerwerten nach den Mahlzeiten an, birgt aber das Risiko von Unterzuckerungen. Sie kann nur vorübergehend durchgeführt werden und mündet in eine Insulintherapie.

Bei weitgehendem Ausfall der Insulinbildung muß eine Therapie mit Insulin erfolgen. Die im Verlauf der Diabetes mellitus-Entwicklung aufgetretenen Verschlechterungen des Ernährungsstatus und der Lungenfunktion normalisieren sich schnell mit der Insulinbehandlung. Der Einsatz von Insulin hat sich auch bei vorübergehenden Störungen der Zuckerverwertung bewährt.

Kontrolluntersuchungen bei Diabetes mellitus

Mehrmals täglich müssen die Blutzuckerbestimmungen zur Erkennung von Über- und Unterzuckerungen durchgeführt werden. Zur Beurteilung der Zuckerstoffwechseleinstellung wird alle 2 bis 3 Monate der HbA1-Wert (Blutzuckergedächnis) im Blut bestimmt. Der frühzeitigen Erkennung von Spätkomplikationen eines Diabetes mellitus dienen neben anderen jährliche augenärztliche Untersuchungen.

Zusammenfassung

Zuckerverwertungsstörungen werden bei Patienten mit CF oft beobachtet, durch die Zunahme der Lebenserwartung bei CF wird Diabetes mellitus häufiger festgestellt. Das Auftreten eines Diabetes mellitus verschlechtert bei entsprechender Behandlung nicht den Verlauf der CF. Der Diabetes mellitus bei CF läßt sich durch eine langandauernde, wenn auch geringe Restfunktion der Inselzellen gut einstellen. Die Behandlung erfordert mehrmals täglich Blutzuckerbestimmungen und jährlich Untersuchungen auch Folgeerkrankungen.

Fachwörter und ihre Bedeutung

Zucker z.B. Glukose
Blutzucker (BZ) Glukosekonzentration im Blut
Unterzuckerung Hypoglykämie (< 50mg/dl)
Überzuckerung Hyperglykämie (> 160mg/dl)
HbA1 Blutzuckergedächtnis - erhöht bei unzureichender Therapie des Diabetes mellitus
Harnzucker Glukose im Urin - nur bei erhöhtem BZ
Zuckerbelastungstest oraler Glukose-Toleranz-Test (oGTT)

Beurteilung der Zuckerverwertung beim oGTT

normale Glukose-Toleranz normale Glukosekonzentration im Blut (BZ) vor (<120 mg/dl) und während des oGTT
gestörte Glukose-Toleranz BZ vor (< 120 mg/dl) normal, BZ zwei Stunden nach dem oGTT erhöht (> 120 mg/dl)
Diabetes mellitus erhöhte BZ vor (> 120 mg/dl), während und zwei Stunden (> 200 mg/dl) nach dem oGTT

Verfasser: Dr. Skopnik, CF-Ambulanz Aachen

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erstellt am 11.11.1996 von Joachim Unterspan
letzte Revision am 27.11.2001