Prof Dr. med. Helmut Ellernunter, Universitätsklinik für Kinder- u. Jugendheilkunde, Innsbruck
Mit zunehmender Überlebensrate ist die Lebererkrankung bei Cystischer Fibrose
die zweit häufigste Todesursache. Der Verlauf der Lebererkrankung bei CF ist
jedoch nach wie vor unklar. 1999 wurde von der CF Study Group unter Sokol und
Durie das Vorgehen zu Diagnose und Therapie der Lebererkrankung bei CF in einem
Konsensus Papier im JPGN veröffentlicht. In dieser Arbeit wird die Wichtigkeit
von sensitiven und spezifischen klinischen, genetischen und biochemischen Markern
zur frühen Erfassung der Lebererkrankung betont und insbesondere vor einer Therapie
mit Ursodesoxycholsäure (UDCA) gefordert.
Auf dem CF Kongreß in Baltimore beschreiben zwei französische Arbeiten die Wichtigkeit
der frühen Diagnose der Lebererkrankung einerseits anhand der Ultraschalluntersuchung,
andererseits anhand des natürlichen Verlaufes der Lebererkrankung (Lenaerts
et al).
In der ersten Untersuchung über einen Zeitraum von 10 Jahren hatten nur 20%
der sonographisch auffälligen Patienten auch klinisch oder biochemisch Zeichen
einer Lebererkrankung. Als Riskofaktoren wurden eine positive CF-Familienanamnese,
niedere FEV1 Werte und ein niederer Gewichts Z Score genannt. Patienten
die nicht eine portale Hypertension entwickelten erhielten früher eine Therapie
mit UDCA, als jene mit portaler Hypertension. Entgegen dem Konsensus Statement
von 1999 wird zur Früherfassung der Lebererkrankung die Ultraschalluntersuchung
propagiert und bei auffälliger Bildgebung auch in Abwesenheit von klinischen
und biochemischen Parametern die prophylaktische Therapie mit UDCA empfohlen.
Die Lebererkrankung bei CF sollte mittels Screening in einem wesentlich früheren
Krankheitsstadium als bisher üblich diagnostiziert werden.
Ein anderes überaus interessantes Thema ist die Arbeit von Shet et al.: Primäre
sklerosierende Cholangitis (PSC) als weitere Manifestation einer CF im Erwachsenenalter?
Von 16 ERCP- diagnostizierten PSC Patienten zeigten 8 in der nasalen Potentialdifferenzmessung
(NPD) eine abnormale Funktion; d.h. die Hälfte der Patienten zeigte eine CFTR
mediierte lonentransportdysfunktion, ähnlich wie bei der idiopathischen Pankreatitis
und der Infertilität.
Die bei 70% der Patienten durchgeführte molekulardiagnostische Untersuchung
erbrachte in der Tat bei 36% eine CFTR Mutation/Variante im Vergleich zur 22%
in der Kontrollgruppe. Die Beteiligung von milden CFTR Varianten scheint bei
PSC denkbar.
Quelle:Pulmopharm Info Service