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Infektionen im Krankenhaus - Pilze erhöhen die Sterblichkeit

 

Studie an der Uni-Klinik - Ärzte reagieren schon beim geringsten Verdacht

Die Gefahr, sich auf einer Intensivstation mit einer Pilzerkrankung anzustecken, ist groß. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von mehr als 200 Patienten, die auf der internistischen Intensivstation der Universitätsklinik für Innere Medizin (Professor Volker Diehl) behandelt wurden."

Fazit der Studie: "Je länger ein Patient intensivmedizinisch therapiert wird, desto größer ist die Zunahme von Pilzinfektionen." Und nicht nur das. Dr. Stefan Willi Mester, der sich mit diesem Projekt befasste, stellt außerdem fest: "Auch die Sterblichkeit von Kranken, bei denen ein Pilz nachgewiesen wurde, lag zehn Prozent höher als die Sterblichkeit der Patienten auf der Intensivstation ohne Pilznachweis." "

Wie können Patienten vor diesem hohen Risiko bewahrt werden? Privat-Dozent Dr. Bernd Salzberger, Leiter der internistischen Intensivstation der Uni, räumt ein: "Wir müssen versuchen, den Pilz so früh wie möglich zu entdecken. Doch die Nachweismethoden sind noch unzulänglich. Aber wir arbeiten mit Akribie daran." Im Übrigen sei man sensibilisiert, die ärzte behandelten häufig schon bei einem bloßen Verdacht auf eine derartige Infektion. Sie orientieren sich an klinischen Zeichen und reagieren entsprechend, wenn zum Beispiel das Fieber nach der Gabe von Antibiotika nicht sinkt. "

Als besonders problematisch nannte Salzberger eine Hefepilzerkrankung. Generell sei der Hefepilz - natürlicherweise im Darm angesiedelt - harmlos. Der Pilz könne aber in der Tat zum Tod führen, wenn er bei einem Schwerkranken mit einem massiv geschwächten Abwehrsystem, beispielsweise nach einer Bauchoperation, in die Blutbahn gelangt. "Dann kann der Hefepilz eine Sepsis (Vergiftung) auslösen. Vielfach kann man mit einem Antimykotikum (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) die lebensgefährliche Situation beseitigen. Oftmals aber kann diese Vergiftung auch den Tod auf der Intensivstation bedeuten", gibt Salzberger zu. "

Als zweites Übel nannte der Arzt den Befall mit Schimmelpilzen. Auch der wird erst wirklich gefährlich, wenn der Patient stark immungeschwächt ist. Der Intensivmediziner: "Über den Luftweg befallen Schimmelpilze den Kranken und können zu Infektionen in Stirn- und Kieferhöhlen, dann aber auch in den Atmungsorganen führen."

Auch hier reagieren die ärzte sofort, wenn Antibiotika nicht helfen. In diesen Fällen veranlassen die Mediziner eine Computertomographie. Mit ihrer Hilfe kann ein Schimmelpilz in der Lunge häufig nachgewiesen und oft noch rechtzeitig bekämpft werden. Salzberger beruhigt: "Im Normalfall wird ein gesunder Mensch mit dem Schimmelpilz, der über den Luftweg eingeatmet wird, fertig. Da gibt es keine Probleme."

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, Elke Pfaff, 7.7.2000.

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erstellt am 7.7.2000 von Joachim Unterspan
letzte Revision am 27.11.2001