Schwangerschaft und CF...meine Geschichte
Hallo, mein Name ist Debbie. Ich habe CF und bin 29 Jahre alt. Ich bin sehr
stolz auf meine Schwangerschaftsgeschichte, da mir meine Ärzte sagten,
daß ich niemals Kinder haben sollte. Solange ich denken kann, wollte ich
Kinder haben (meine frühesten Erinnerungen stammen aus der Zeit als ich
4 Jahre alt war). Die Ärzte sagten mir, daß ich nicht lange genug
leben würde um meinen Sohn heranwachsen zu sehen oder vielleicht noch nicht
einmal bis zu seiner Geburt. Es freut mich sehr sagen zu können, daß ich einen sehr gesunden
3- jährigen Sohn habe (Ich habe auch noch eine 11- jährige Pflegetochter,
aber sie hatte auf meinen Körper viel weniger Einfluß da ich sie
nicht gebären mußte). Vor meiner Schwangerschaft war ich leidlich gesund, was heißt: 2-3 mal
im Jahr war ich im Krankenhaus, gelegentlich hatte ich Anfälle von Lungenbluten,
die in Transfusionen endeten, aber ansonsten war ich eine gesunde Frau von fast
57 Kilogramm (ich bin 1,65m groß). Meine Vitalkapazität lag um die
90%. Ich war sowohl in der Lage ganztags zu arbeiten, als auch ein sehr forderndes
Pflegekind zu Hause zu haben (er ist inzwischen woanders, da es körperlich
doch zu viel für mich war). Ich wurde von meiner Schwangerschaft total überrascht. Mein Mann und ich
hatten 6 Jahre ohne Erfolg versucht ein eigenes Kind zu bekommen. Ich war nicht
akut krank als ich herausfand, daß ich schwanger war, aber es war Januar
- gewöhnlich die schlechteste Zeit für mich (Winter). Kurze Zeit später
wurde ich auch krank und schon bekam ich Ciprobay und Sepra. Es dauerte einen
Monat an und dann wußte ich was kommen mußte...ein Aufenthalt im
Krankenhaus! So kam es, daß ich dort 2 Wochen verbrachte um nur 2 Wochen
nach meiner Entlassung wieder dort sein - diesmal sollte ich dort bleiben bis
mein Sohn geboren war. Ich verbrachte den größten Teil meiner Schwangerschaft im Krankenhaus.
Es war schrecklich. Ich kann mich daran erinnern die ganzen Tage geweint zu
haben, aber auch von den Schwestern und dem Betreuungspersonal immer zu gehört
zu haben, daß es am Ende dies alles wert sein würde. Ich wurde durch
meinen Port parenteral ernährt und bekam fast die gesamte Schwangerschaft
IV's. Ich bekam Tobra und Astreonum (Schreibweise?). Zwei Wochen vor der Entbindung
wurden die IV's beendet, die parenterale Ernährung wurde aber beibehalten.
Einmal in der Woche wurde eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen, um sicher
zu gehen, daß sich mein Baby normal entwickelte. Daher habe ich sehr viele
prenatale Fotos in seinem Album!! Außerdem bekam ich im frühen Stadium
der Schwangerschaft Diabetes. Allerdings hatte ich nicht das Glück, daß
der Diabetes - wie sonst bei Schwangerschaftsdiabetes üblich - wieder verschwand.
So bin ich bis zum heutigen Tage Insulinpflichtig. Mein Aufenthalt im Krankenhaus
hatte seine Höhen und Tiefen...es ist schwierig sich darauf einstellen
zu müssen ein Diabetiker zu sein ist. Besonders wenn man sich darauf eingestellt
hat, daß er nach der Entbindung wieder weg sein wird, er es dann aber
nicht ist. Außerdem mußte ich die gesamte Zeit im Krankenhaus auf
der Entbindungsstation verbringen. Ja, du kannst es dir vorstellen, ich hörte
die ganzen Tage und Nächte schreiende Frauen!! Mann, wenn das keine Ängste
aufbaut, dann weiß ich nicht wovon man sonst welche bekommen soll. Ich war auch sehr beunruhigt, welche Wirkungen die IV-Medikamente auf den Fötus
haben würden. Sie sagten mir, daß mein Kind wegen des Tobras taub
sein könnte. Glücklicherweise beherrsche ich die Gebärdensprache,
aber natürlich möchte man immer ein gesundes Kind. In der 34. Schwangerschaftswoche nahmen die Ärzte eine Amnioskopie (Fruchtwasserspiegelung)
vor, um zu sehen ob mein Sohn für die Entbindung schon weit genug entwickelt
war (Zu dieser Zeit wußte ich bereits von all den Ultraschalluntersuchungen,
daß er ein Junge war. Außerdem wußte ich, daß er ein
Daumenlutscher werden würde, da er bei jeder Ultraschalluntersuchung an
seinem kleinen Daumen nuckelte). Seine Lungen brauchten aber noch etwas Zeit.
Wir warteten noch weitere 2 Wochen, aber ich konnte es physisch und emotional
nicht mehr ertragen. So wurde die Geburt eingeleitet. Ich gebar ihn natürlich,
ich wollte keinen Kaiserschnitt. Sie gaben mir eine Epiduralanästhesie
und stellten sicher, daß ich nicht zu stark presste damit keine Blutungen
auftraten. 18 Stunden später hatte ich einen Sohn, 3400g, er war wegen
der parenteralen Ernährung und wegen des Diabetes groß. Er ist total
gesund!! Nach der Entbindung blieben wir nur noch für 3 Tage in der Klinik,
ich war sooooo begierig endlich nach Hause zu kommen! Ich wog noch 44,5 kg als ich ihn bekam und meine Vitalkapazität lag noch
bei etwas über 60%. Als mein Sohn 9 Monate alt war, mußte ich wieder
für eine IV in die Klinik (da sie überzeugt waren, daß ich nicht
genug ausruhen würde, ließen sie eine Heim-IV nicht zu - mein Körper
hatte einen schweren Schlag erlitten. Mein Sohn hatte außerdem Koliken).
Wie auch immer, aber sie erlaubten, daß mein Sohn während meines
Klinikaufenthaltes mit in meinem Zimmer bleiben durfte (könnt ihr euch
das vorstellen?). Wahrscheinlich haben sie es mir nur erlaubt, weil ich ansonsten
nicht zu bewegen gewesen wäre in die Klinik zu gehen!! Ich versuchte meinen Sohn zu stillen, das ging 4 Monate gut, dann mußte
ich damit aufhören, da ich rapide Gewicht verlor! Und das trotz der täglich
6 Packungen hochkalorischer Schokodrinks. So gab ich mit großem Bedauern
das Stillen auf und gab ihm stattdessen Flaschennahrung. Als er die Flasche
bekam hörten auch seine Koliken auf - ein großes Plus. Ich frage
mich ob es das orale Antibiotikum war, welches ich nach der Niederkunft bekam,
das seine Koliken verursachte? Zur Zeit der Niederkunft hatte ich auch gerade
einen Infekt. Seitdem habe ich ca. 4 Heim-IV's pro Jahr gemacht. Seit kurzem
bin ich wieder bei den normalen 2-3 pro Jahr angelangt. Es hat 2 1/2 Jahre gedauert
wieder Gewicht aufzubauen, zur Zeit wiege ich 55,8 kg. Seit der Geburt hatte
ich mehrere Anfälle von Blutungen, einige Stellen mußten verschlossen
werden und ich erhielt weitere Transfusionen. Jetzt liegt meine Vitalkapazität
bei etwa 80%. Ich weiß daß ich viele Sachen in diesem Erfahrungsbericht
ausgelassen habe. Ich weiß auch von anderen, die Kinder bekommen haben.
Verglichen mit mir haben sie es ziemlich gut überstanden, aber wie auch
immer, als sie versucht haben ein zweites Kind zu bekommen, gab ihr Körper
auf und sie sind verstorben. Ich möchte wirklich für meinen Sohn hier
sein. Ich hätte wirklich gerne ein weiteres Kind, vielleicht sogar noch
zwei, aber ich möchte meine Gesundheit nicht noch einmal so gefährden
wie ich es beim ersten mal tat. Ich habe vor da zu sein, um meinen Sohn aufzuziehen!! Nun, dies ist meine Geschichte, ich wollte diese schon eine ganze Weile erzählen!
Jetzt, da ich es gemacht habe, bin ich dermaßen aufgeregt, wie ich es
nie für möglich gehalten hätte. Debbie Aus dem amerikanischen übersetzt von Joachim Unterspan.