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Kannibalismus für die Arterhaltung/ Pseudomonas-Bakterien pflegen trickreich ihre genetische Vielfalt 
Von Martin Winkelheide
deutschlandfunk:

Biologie. - Bakterien sind viel einfacher konstruiert als wir Menschen - und doch bezwingen sie uns nicht selten mit Links. Ihr Überleben sichern sich die Mikroorganismen mit ungewöhnlichen Taktiken und wenn nötig auch mit Kannibalismus.

Für gesunde Menschen ist das Bakterium Pseudomonas aeruginosa kein Problem. Ihr Immunsystem kann den Bronchititis-Erreger effektiv bekämpfen. Anders ist das bei Menschen, die an Mukoviszidose leiden.

Die Mukoviszidose-Patienten haben einen genetischen Stoffwechseldefekt, das heißt, sie produzieren einen sehr zähen Schleim. Und dieser zähe Schleim ist ein idealer Nährboden.

Mit Antibiotika ist es zwar möglich, eine akute Infektion effektiv zu behandeln. Oft setzt sich der Erreger aber im zähen Schleim der Lunge von Mukoviszidose-Patienten fest, so Susanne Häußler von der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung GBF in Braunschweig anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Genetik. Die Infektion wird chronisch. ... mehr


„Modifier“-Gen bestimmt Verlauf der Mukoviszidose 
CHAPEL HILL. Allen Erkrankungen der Mukoviszidose liegt ein Defekt in dem gleichen Gen zugrunde, während der klinische Verlauf jedoch sehr unterschiedlich sein kann. Eine größere Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2005; 353: 1443-1453) beschreibt jetzt erstmals ein „Modifier“-Gen, welches diese Unterschiede erklären kann.

Die genetische Ursache der Mukoviszidose ist seit 1989 bekannt: Defekte im Gen für den „cystic fibrosis transmembrane conductance regulator (CFTR)“ führen zu einer Störung des Chlorid-Transports in den Zellen, die bei den Patienten die Bildung eines zähen Schleims in den Atemwegen begünstigt und ihre Anfälligkeit für Infektionen erhöht. Die Erkrankung kann aber einen sehr unterschiedlichen Verlauf nehmen, selbst bei Patienten, die exakt die gleiche der mehr als 1 300 möglichen Mutationen im CFTR-Gen haben. Die Genetiker vermuten deshalb seit einiger Zeit, dass andere Gene an der Ausprägung der Symptome beteiligt sind. Die Ergebnisse der „Gene Modifier Study Group“ liefern hierfür erstmals überzeugende Beweise. ... mehr


Mukoviszidose: Bessere Lungenwerte mit 300 mg Tobramycin zwei Mal täglich 
Studie von Prof. Felix Ratjen

Erstmals vergleicht eine Studie die Therapien von zwei Mal täglich 300 mg und zwei Mal täglich 80 mg Tobramycin bei Mukoviszidose-Patienten. Das Ergebnis: Die höhere Dosierung wirkt effizienter. Patienten mit Mukoviszidose (engl.: cystic fibrosis, CF), die an chronischer Pseudomonasinfektion erkrankt sind, erreichen bessere Lungenwerte, wenn sie zwei Mal täglich 300 mg statt zwei Mal täglich 80 mg des Antibiotikums Tobramycin inhalieren.

Das ergab eine Studie der Essener Arbeitsgruppe von Professor Felix Ratjen, seit kurzem Abteilungsleiter für Atemmedizin am „Hospital for Sick Children“ an der Universität Toronto, Kanada. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Experten erstmals während der 28. Jahreskonferenz der Europäischen CF-Gesellschaft auf Kreta (22. – 25. Juni 2005).

Insgesamt 32 Mukoviszidose-Patienten nahmen an der Studie teil. 14 Patienten inhalierten drei Monate lang zwei Mal täglich 80 mg Tobramycin. Die anderen 18 Patienten inhalierten im gleichen Zeitraum in den ersten 28 Tagen zwei Mal täglich 300 mg Tobramycin, pausierten anschließend 28 Tage, bevor sie Tobramycin weitere vier Wochen inhalierten. Nach drei Monaten wechselten die Studienteilnehmer zur jeweils anderen Therapieform (Cross-over-Design). Alle Patienten inhalierten vor Beginn der Therapie Colistin über einen Zeitraum von vier Wochen, um eine einheitliche Basis für die Datenerhebung zu schaffen.

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Mukoviszidose: Von der Genmutation zum Lungenleiden 
Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg

21.07.2005
Neues Tiermodell erlaubt erstmals Studien zu Krankheitsentstehung und möglichen Therapien / Erfolgreiche Forschung wird am Universitätsklinikum Heidelberg mit 1,37 Millionen Euro gefördert

Mit einem neuen Mausmodell ist es jetzt erstmals möglich, am lebenden Organismus Studien zu Entstehung und Krankheitsverlauf von Mukoviszidose, auch Zystische Fibrose genannt, durchzuführen. Das Tiermodell soll auch dazu beitragen, mögliche Therapieansätze für die unheilbare Atemwegserkrankung zu entwickeln.

Das Projekt von Dr. Marcus Mall, Arzt und Wissenschaftler an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, wird mit rund 1,37 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren von einem Förderprogramm der Europäischen Union, den so genannten Marie Curie Excellence Grants, unterstützt. Dr. Marcus Mall, der das Mausmodell in den USA entwickelt hatte, führt seit Mai 2005 seine wissenschaftliche Arbeit als Leiter der neuen Forschungsgruppe "Zystische Fibrose/Chronische Atemwegserkrankungen" in der Abteilung von Professor Dr. Andreas Kulozik fort. ... mehr


Tödliche Viren zur Behandlung von Mukoviszidose kombiniert 
Tödliche Viren zur Behandlung von Mukoviszidose kombiniert
Elemente von HI- und Ebola-Viren im Tierversuch gegen Zystische Fibrose erfolgreich

Philadelphia - Mukoviszidose soll durch Elemente der beiden potenziell tödlichen Viren HIV und Ebola behandelbar werden. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Pennsylvania gekommen. Die Viren werden dazu eingesetzt, eine gesunde Version des bei Mukoviszidose geschädigten Gens direkt in die Lungenzellen zu transportieren. Tests mit Affen waren laut dem Team um Gary Kobinger erfolgreich. Der Umstand, dass Mukoviszidose durch die Mutation eines einzelnen Gens verursacht wird, wurde 1989 erkannt. Seit diesem Zeitpunkt wurde nach einer Möglichkeit der Beseitigung dieser Schädigung geforscht. ... mehr


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